Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung - Pressemitteilung Nr.: 072/2017

Magdeburg, den 13. September 2017

Pläne für zweite Halbzeit der EU-Förderperiode
147 Millionen Euro für Firmen und Forscher – Willingmann will Wirtschaft und Wissenschaft stärker vernetzen


Sachsen-Anhalt setzt seine Innovations-Offensive bis 2020 konsequent fort. Bis zum Ende der EU-Strukturfondsperiode will das Land weitere 147 Millionen Euro in den Auf- und Ausbau von Forschungseinrichtungen investieren und dabei die Zusammenarbeit von Unternehmen und Wissenschaft fördern. Das kündigte Minister Prof. Dr. Armin Willingmann bei einem Pressegespräch heute in Magdeburg an. „Mit Hilfe hochklassiger Forschungseinrichtungen kann es unseren mittelständischen Unternehmen gelingen, sich für die Zukunft mit neu entwickelten Produkten noch wettbewerbsfähiger aufzustellen“, so Willingmann. „Insofern sichern wir mit jedem in die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft investierten Euro auch den Wohlstand und die Zukunft unseres Landes.“

Zu den geplanten Investitionen zählen unter anderem der Aufbau des Forschungs- und Entwicklungszentrums „Center for Method Development“ (CMD) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg für 31 Millionen Euro sowie die Erweiterung des Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums für Polymersynthese und -verarbeitung (PAZ) in Schkopau für 15 Millionen Euro.

Das CMD in Magdeburg wird künftig an Themen im Automotive-Bereich forschen. Im Fokus sollen Innovationen im Bereich Elektromobilität stehen; auch an der Reduzierung von Emissionen und der Senkung des Kraftstoffverbrauchs wird künftig gearbeitet. Hiesige Unternehmen werden zudem die Möglichkeit erhalten, neu entwickelte Produkte auf Prüfständen im Zentrum zu testen – ein Beispiel für die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Insgesamt werden im CMD bis 2019 rund 80 Arbeitsplätze, insbesondere für Ingenieure und Hochschulabsolventen, entstehen.

Das erweiterte Fraunhofer-Zentrum PAZ in Schkopau wird sich im Wesentlichen mit der Erforschung neuer Kunststoffe beschäftigen. Dabei soll es unter anderem auch um die Frage gehen, wie sich diese wirtschaftlich in höheren Stückzahlen produzieren lassen. Zum Einsatz sollen die Stoffe etwa in den Bereichen Automobilindustrie, Medizintechnik und Energieanlagen kommen. Die Zahl der hoch qualifizierten Arbeitsplätze wird sich von derzeit 26 auf 54 bis zum Jahr 2019 verdoppeln.

Weitere geplante Investitionen:
• Erweiterung des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung / Virtual Development and Training Centre in Magdeburg (18,4 Mio. Euro),
• Neubau für den Medizintechnik-Campus STIMULATE in Magdeburg (16,6 Mio. Euro).

Die rund 147 Millionen Euro setzen sich zusammen aus:
• 65,1 Mio. Euro für den Ausbau der Forschungsinfrastruktur an Hochschulen des Landes,
• 50,9 Mio. Euro für Investitionen in die wirtschaftsnahe Innovationsinfrastruktur an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt,
• 17,4 Mio. Euro für die Anschaffung von Forschungsgroßgeräten an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen,
• 13,7 Mio. Euro für das Leistungszentrum „Chemie- und Biosystemtechnik“.

Bereits erfolgte Investitionen:
Erst vor kurzem sind das Proteinforschungszentrum „Charles Tanford“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Kosten: 43,5 Mio. Euro) sowie die Pflanzenkulturhalle am Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK Gatersleben (Kosten: 7,8 Mio. €) eingeweiht worden. „Der Ausbau der Innovations-Infrastruktur wird jetzt forciert und mit großen Schritten fortgesetzt“, so Willingmann.

Starke Nachfrage nach Forschungsförderung und Innovationsassistenten:
In der laufenden EU-Strukturfondsperiode (2014-2020) wurden bislang mehr als 200 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit insgesamt rund 44,4 Millionen Euro unterstützt. Ein weiterer Baustein der Innovationsförderung des Landes ist der Einsatz von Innovationsassistenten. Bislang konnten Unternehmen in Sachsen-Anhalt mithilfe der Förderung in Höhe von insgesamt gut 7,2 Millionen Euro knapp 180 Hochschulabsolventen einstellen und dadurch Innovationen umsetzen. „Aufgrund der hohen Nachfrage aus unserer Wirtschaft haben wir die ursprünglich eingeplanten Fördermittel von 7,3 Millionen Euro auf 14,8 Millionen Euro aufgestockt, so dass es auch hier bis zum Ende der EU-Förderperiode noch ein finanzielles Polster gibt“, betonte der Minister.





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