Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung - Pressemitteilung Nr.: 075/2017

Magdeburg, den 20. September 2017

Kloster Wendhusen Thale und Johanniskirche Wernigerode aufgenommen
„Straße der Romanik“ wächst / Willingmann: Dank und Respekt für ehrenamtlichen Einsatz


Bedeutende Zeitzeugen der Romanik: Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute die Schilder für zwei neue Baudenkmäler der „Straße der Romanik“ im Landkreis Harz übergeben: Damit gehören die Kirche St. Johannis in Wernigerode und das Kloster Wendhusen in Thale nun auch offiziell zur historischen Tourismus-Route. Die Landesregierung hatte Mitte Mai beschlossen, die 1993 aus der Taufe gehobene „Straße der Romanik“ mit Blick auf das 2018 anstehende 25-jährige Jubiläum um insgesamt zehn Bauwerke zu erweitern. Dadurch umfasst die Route künftig 88 Bauwerke an 73 Orten im Land. Im Landkreis Harz sind es nun 15 Bauwerke an 12 Orten.


Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann würdigte bei der Übergabe der Schilder vor allem das ehrenamtliche Engagement: „Viele Menschen setzen sich unermüdlich dafür ein, die Kirchen und Klöster für Besucher zugänglich zu machen. Das verdient großen Dank und Respekt. Gerade am Kloster Wendhusen zeigt sich, was durch ehrenamtlichen Einsatz erreicht werden kann. Anfang der 1990er Jahre war an eine Aufnahme in die ‚Straße der Romanik‘ noch nicht einmal zu denken; heute können weite Teile der Anlage besichtigt werden. Das ist umso bedeutsamer, als das sich hier noch Spuren aus der Karolingerzeit vom Beginn des 9. Jahrhunderts finden lassen. Das ist einzigartig in Sachsen-Anhalt.“


Auch die Aufnahme der Johanniskirche sei ein wichtiges Signal. Willingmann: „Damit findet sich Wernigerode als einer der bedeutendsten Tourismusorte Sachsen-Anhalts nun auch auf der Romanik-Landkarte wieder.“ Das stärke die Attraktivität und Vermarktung der „Straße der Romanik“, die inzwischen zu den zehn beliebtesten Tourismusstraßen in Deutschland gehört. Die steinernen Zeitzeugen ziehen mittlerweile rund 1,6 Millionen Besucher pro Jahr an.


Zusätzlich zur Erweiterung der Route werden die Bauwerke an der „Straße der Romanik“ für eine bessere Vermarktung in vier Kategorien eingeordnet: „Dome und Domschätze“, „Klöster“, „Burgen, Schlösser, Pfalzen“ sowie „Kirchen und Kapellen“. Zudem werden insgesamt 21 TOP-Besuchsziele in der neu geschaffenen Kategorie „Highlights/ Höhepunkte“ gesondert hervorgehoben.


Hintergrund:
 
Die Landesregierung hat der durch einen Expertenbeirat empfohlenen Erweiterung der „Straße der Romanik“ Mitte Mai zugestimmt. Zusätzlich zu den zwei heute aufgenommenen Bauwerken sind das: die Dorfkirche Altjeßnitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld), das Marienkloster Münzenberg in Quedlinburg (Landkreis Harz), das Marienportal Kirche Seehausen (Landkreis Stendal), die Klosterkirche im Freyburger Ortsteil Zscheiplitz, die Burg Schönburg, die Margaretenkirche zu Steinbach und die Dorfkirche Flemmingen (alle Burgenlandkreis) sowie die Dorfkirche St. Michael in St. Micheln (Saalekreis).


Zu den zwei Bauwerken im Landkreis Harz:


Das Kloster Wendhusen ist das älteste Kloster Sachsen-Anhalts sowie Start- und Endstation des Harzer Klosterwanderweges. Es ist das einzige karolingerzeitliche Bauwerk Sachsen-Anhalts und das älteste Kanonissenstift im Osten Deutschlands. Die Baugeschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück: Das Kloster besteht aus einem hochromanischen Westbau mit frühen Kreuzgewölben (um 1160), einer frühromanischen Damenstiftsempore mit komplett erhaltener Sandsteinsäule und seltenem Pilskapitell (um 1000) sowie vorromanischen Bauten innerhalb der Stiftskirche mit erhaltenem Torso der Damenstiftskirche aus der Zeit der Karolinger (um 825). Besichtigt werden können der Westteil der ehemaligen Stiftskirche, der romanische Kirchturm, das Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert sowie die Ausstellung zur Geschichte des Stiftes bis etwa 1520 und die Nutzung als adliges Rittergut bis 1945. Besuchern stehen zudem der rekonstruierte ca. 6.000 Quadratmeter große Kanonissengarten und das Museumscafé offen.


Die kreuzförmige Kirche St. Johannis wurde im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts als Pfarrkirche der damals entstehenden Wernigeröder Neustadt errichtet. Sie ist in ihrer Gesamtsubstanz die älteste erhaltene Kirche der Stadt. Das südliche Querhaus stammt aus der Entstehungszeit des romanischen Baus. Auf dessen Fertigstellung verweist die Altarweihe durch den Halberstädter Bischof Volrad im Jahr 1279. Das basilikale romanische Langhaus wurde später zu einer dreischiffigen Halle umgebaut wurde. Die Phase des Um- und Erweiterungsbaus beschließt der spätgotische Chor, der Ende des 15. Jahrhunderts vollendet wurde. Ein Highlight für Besucher ist auch die „Ladegast-Orgel“ – ein Dokument der spätromantischen Orgelbaukunst in Deutschland.





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