Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 041/2012

Magdeburg, den 26. Januar 2012

Ministerpräsident Haseloff würdigt verdiente
Bürgerin und Bürger


Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute während einer Feierstunde in der Magdeburger Staatskanzlei fünf Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an eine Bürgerin und vier Bürger überreicht. Verliehen wurden diese ihnen durch Bundespräsident Christian Wulf. Haseloff hob bei dieser Gelegenheit die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren der demokratischen Gesellschaft hervor: „Die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes zeigt sich im jahrelangen Engagement vieler Bürger, die selbstlos und mit Hingabe ganz wesentlichen Anteil am Funktionieren unseres Gemeinwesens und unserer Demokratie haben. Um auch künftige Herausforderungen in der Gesellschaft lösen zu können, ist es notwendig, generationenübergreifend für das Ehrenamt zu werben. Am besten wirbt man durch das Beispiel, das man anderen gibt. Und es gehört auch dazu, dass sich der Staat bei den Menschen gebührend bedankt, die seit Jahren bürgerschaftliches Engagement in eindrucksvoller Weise vorleben.“

 

Bundesverdienstorden erhielten:

 

Uwe Bönsch (Teutschental, OT Langenbogen, Saalekreis, Verdienstkreuz am Bande)

 

Der 53-jährige Schachgroßmeister wird für seine Verdienste als Sportler und Trainer geehrt. Er war mehrfacher DDR-Meister und im wiedervereinigten Deutschland auch Deutscher Meister im Schach. Auch als Bundestrainer kann er auf beachtliche Erfolge verweisen. Er engagiert sich im Landesschachverband Sachsen-Anhalt und in der Trainerkommission des Weltschachverbandes. Haseloff betonte: „Ihre sportliche Karriere ist ein beachtliches Stück gelebter Wiedervereinigung. Sie haben mit Ihrem Sport in der DDR und nun auch seit über zwei Jahrzehnten in der Bundesrepublik große Erfolge erlebt. Besonders schön und verdienstvoll ist es, dass Sie Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten nicht für sich behalten, sondern sie als Trainer und Buchautor an andere Menschen weitergeben.“

 

Reinhard Ernst Ohse (Naumburg, Burgenlandkreis, Verdienstmedaille)

 

Der 81-jährige Domkantor i.R. wird für seine Verdienste um die Kirchenmusik geehrt. Über Jahrzehnte hat er zunächst als Domkantor in Halle und dann in Naumburg das kirchenmusikalische Erbe gepflegt, als Dozent gewirkt und auch selbst komponiert. Bis heute unterrichtet er an der Landesschule Pforta an der Orgel. Der Ministerpräsident würdigte den Musiker: “Die Kirchenmusik soll das Menschenherz für Gott und den Glauben öffnen. Diesem Ansinnen folgt Ihr ganzer Lebensweg. Das Schöne an dieser Form des Reichtums, an der Musik, ist es, dass sie niemand für sich allein haben kann. Sie braucht immer eine Idee, einen Komponisten, Musikanten und Zuhörer, Orgel- und Geigenbauer und viele andere Menschen. Die Musik besitzen wir immer gemeinsam, sie stiftet unter uns Gemeinschaft, sie kann selbst dass noch ausdrücken, wofür uns die Worte fehlen. Der Musik haben Sie gedient und sich damit um unser Bundesland Sachsen-Anhalt verdient gemacht. Ich danke Ihnen dafür.“

 

 

Marianne Strenge (Landsberg, Saalekreis, Verdienstmedaille)

 

Die 62-jährige Oberstudiendirektorin wird für ihren über Jahrzehnte reichenden Einsatz für die berufliche Bildung in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Sie war Leiterin der Berufsbildenden Schule IV Friedrich List in Halle und Vorsitzende des Landesverbandes Lehrer an Wirtschaftsschulen e.V. und Mitbegründerin des Berufsbildungsausschusses der IHK Halle-Dessau. Haseloff unterstrich: „Sie haben nicht nur 20 Jahre als Schulleiterin der Berufsbildenden Schule IV Friedrich List in Halle gearbeitet, sondern sich weit über die damit verbundenen Pflichten verdient gemacht. Die durch Sie geleitete Schule entfaltete Vorbildwirkung für viele andere Einrichtungen. So kann man seinen Beruf ausfüllen, wenn man ihn, wie Sie es getan haben, zu seiner Berufung macht. Mit diesem enormen Einsatz für junge Menschen und ihre Ausbildung und damit natürlich auch für ihre charakterliche Entwicklung haben Sie sich um unser Land sehr verdient gemacht.“

 

 

Dr. Wulf Wiedo Stubbe, Seeland, OT Neugattersleben, Salzlandkreis, Verdienstkreuz am Bande)

 

Der 70-jährige Tierarzt hat sich Verdienste beim Aufbau des Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt erworben, dessen Präsident er über 20 Jahre war und dessen Ehrenpräsident er 2010 wurde. Er kann auf eine fruchtbare Wirksamkeit im Präsidium des Deutschen Jagdschutzverbandes verweisen und hat in zahlreichen Publikationen seine Kenntnisse und Erfahrungen in der Jagd- und Wildforschung festgehalten. Haseloff sagte in seiner Würdigung: „Sie werden für eine Leidenschaft geehrt, die zu den ältesten Kulturleistungen des Menschen zählen dürfte. Sie haben sich der Jagd verschrieben. Es war ein großes Glück, dass Sie 1990 Ihre langjährigen Erfahrungen und großen Fachkenntnisse ehrenamtlich dem Landesjagdverbandes Sachsen-Anhalt e.V. zur Verfügung stellten. Mit Beharrlichkeit und Konsequenz haben Sie den Aufbau dieses Verbandes geleitet und sich mit Entschiedenheit für die Interessen der Jäger Sachsen-Anhalts eingesetzt. Sie waren eine Schlüsselfigur im Transformationsprozess des früher staatlich geleiteten Jagdsystems der DDR in eine auf rechtsstaatlichen und demokratischen Fundamenten ruhenden Ordnung. Unter Ihrer Präsidentschaft hat sich der Landesjagdverband in eine sehr geachtete Jägerschaft entwickelt.

 

 

Heinrich von Nathusius, Haldensleben, OT Hundisburg, Landkreis Börde, Verdienstkreuz 1. Klasse)

 

Der 68-jährige Unternehmer wird für sein Lebenswerk geehrt, das eng mit der Region Haldensleben verbunden ist. Nathusius hat 1992 den IFA-Maschinenbau übernommen und den Betrieb seitdem nachhaltig zum Erfolg geführt. Er ist einer der entscheidenden Förderer des Schlosses Hundisburg, engagiert sich aber auch für die Ausbildung von jungen Menschen, für den Kinder- und Jugendsport und als ehrenamtlicher Richter. Der Ministerpräsident ehrte ihn mit den Worten: „Sie verkörpern mit Ihrem gesamten Leben ein Verantwortungsgefühl, das für ein Gemeinwesen unerlässlich und für unsere Gemeinschaft beispielgebend ist. Es war ein großes Glück für Haldensleben und ganz Sachsen-Anhalt, dass Sie 1992 den Mut aufgebracht haben, den IFA-Maschinenbau zu übernehmen. Sie engagieren sich in der vielfältigsten Form für Ihre Heimat und in allem drückt sich ein beachtliches Lebenswerk aus, von dem ich Ihnen wünsche, dass Sie es noch sehr lange fortsetzen können. Im Namen des Landes Sachsen-Anhalt danke ich Ihnen herzlich. Sie haben uns allen ein wichtiges Beispiel gegeben.“

 

 

 

 





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