Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 647/2012

Magdeburg, den 10. Dezember 2012

Ministerpräsident Haseloff händigt Verdienstorden aus

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute in einer Feierstunde im Palais am Fürstenwall einer Bürgerin und vier Bürgern aus Sachsen-Anhalt Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Verliehen wurden die Orden im Oktober resp. November dieses Jahres von Bundespräsident Joachim Gauck.

 

In seiner Laudatio betonte Haseloff den gesellschaftlichen Nutzen und Wert des Ehrenamtes. „Der freiwillige Einsatz für die Gesellschaft und den Mitmenschen ist Ausdruck von Subsidiarität und verantworteter Freiheit. Eine solidarische Gesellschaft ist ohne Ehrenamt nicht denkbar, und nur in einer solidarischen Gesellschaft hat es auch eine Zukunft. Das Ehrenamt hat vor allem einen zivilisatorischen Wert.“  Die Geehrten seien Vorbilder und hätten sich um das Gemeinwohl verdient gemacht. Haseloff: „Sie übernehmen Verantwortung und engagieren sich neben Ihrem Beruf und anderen Verpflichtungen. Dafür dankt Ihnen heute die Bundesrepublik Deutschland.“

 

 

Bundesverdienstorden erhielten:

 

Gottfried Biller (Quedlinburg, Verdienstmedaille)

Der 61-jährige Kirchenmusikdirektor ist Initiator des seit 1981 jährlich stattfindenden Quedlinburger Musiksommers. 1990 leitete Biller in Quedlinburg den Runden Tisch. Er war Mitglied des Bürgerforums und des Stadtrates in Quedlinburg. Als Stadtrat hat er sich vor allem für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Stadt eingesetzt. Biller war langjähriger Vorsitzender der Jugendbegegnungs- und Arbeitsstätte für politische Jugendbildung in Quedlinburg und ist seit 2010 Ehrenbürger der Stadt. Haseloff würdigte Biller als „musikalischen Botschafter Quedlinburgs“. Er habe das Kulturleben der Stadt maßgeblich beeinflusst und geprägt“. Als Moderator des Runden Tisches habe Biller einen wichtigen Beitrag zum Aufbau demokratischer Strukturen geleistet. „Ohne integre Persönlichkeiten wie Sie wäre der demokratische Transformationsprozess nicht geglückt. Ihr langjähriges Engagement steht für einen wachen Bürgersinn“, sagte Haseloff.

 

 

Jürgen Andreas Hiltermann (Markkleeberg, Verdienstkreuz am Bande)

Hiltermann wurde 1950 in Hannover geboren. Er ist seit 1997 Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH. Die erfolgreiche Restrukturierung des Chemiestandortes ist ganz wesentlich sein Verdienst. Durch die Restrukturierung sind rund 10.000 wettbewerbsfähige Arbeitsplätze entstanden. Hiltermann vertritt in zahlreichen Gremien die Interessen des Chemiestandortes und der Region. Das Bündnis „Familienfreundlicher Chemiestandort Leuna“ und ein entsprechendes Servicebüro für alle Standortunternehmen gehen auf seine Initiative zurück. Haseloff bezeichnete den Geehrten als „außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit. Vielen Menschen in der Region haben Sie gute Zukunftsperspektiven eröffnet. Ihre Verdienste um den Wirtschafts- und Innovationsstandort Sachsen-Anhalt sind unbestritten. Dank Ihrer Tatkraft hat sich Leuna zu einem wichtigen und international wettberbsfähigen Industriekern entwickelt.“

 

 

 

Günter Wilfried Klose (Halle, Verdienstkreuz am Bande)

Der 68-jährige Diplom-Ingenieur war langjähriger Geschäftsführer der Stadtwerke Halle. Unter seiner Ägide avancierten die Stadtwerke Halle zu einem der erfolgreichsten kommunalen Unternehmen bundesweit. Mit seinen Konzepten zur Ver- und Entsorgung hat Klose maßgeblich zur positiven Entwicklung der Stadt beigetragen. Klose ist ehrenamtlich stark engagiert. Er ist unter anderem Kuratoriumsmitglied der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates des Halleschen Fußballclubs. Lange Jahre war er Präsident des Fußballvereins VfL 96 Halle. „Für Sie ist das Ehrenamt Lebenseinstellung und Lebensphilosophie. Ihr unausgesprochenes Motto lautet: ‚Hilfe ohne Gegenleistung.’ Sie sind ein Gesicht der Stadt Halle, und Sie haben das Gesicht Ihrer Stadt geprägt“, hob Hasseloff in seiner Laudatio hervor.

 

 

Renate Ruth Linke (Weißenfels, Verdienstkreuz am Bande)

Die 75-jährige ehemalige Krippenleiterin war 1995 Gründerin der  Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ in Weißenfels. Sie leitete die Gruppe mehr als zehn Jahre. Seit vielen Jahren ist Linke in der Hospizbewegung aktiv. Sie war unter anderem Mitbegründerin der Ortsgruppe Weißenfels der Hospizbewegung Burgenlandkreis und Initiatorin des Projektes „Hospiz macht Schule“, das sie seit 2010 begleitet. Darüber hinaus betreut Linke Senioren und ist langjähriges Mitglied des Behindertenbeirates des Burgenlandkreises. Sie ist Ehrenbürgerin der Stadt Weißenfels. Haseloff würdigte Linke als außergewöhnlichen Menschen. „Mit Ihrem Engagement ermöglichen Sie Menschen ein würdiges und selbstbestimmtes Sterben. Sie gehören zu den stillen Helden des Ehrenamtes. Seit vielen Jahren stehen Sie anderen Menschen zur Seite, reichen ihnen  die Hand und geben ihnen Wärme und Zuneigung.“

 

 

Rainer Saurbier  (Magdeburg, Verdienstkreuz am Bande)

Der 73-jährige Theologe war lange Jahre hauptamtlicher Leiter des Evangelischen Jungmännerwerkes Sachsen-Anhalt und seiner Nachfolgeorganisation. Heute arbeitet Saurbier ehrenamtlich in der christlichen Jugendarbeit. Große Verdienste hat Saurbier sich um das Mansfelder Schloss erworben. Er war 1997 maßgeblich an der Gründung des Fördervereins Schloss Mansfeld beteiligt und hat das Schloss vor dem Verfall bewahrt. Dank seiner Initiative ist das Schloss heute wieder ein touristischer Anziehungspunkt und beherbergt eine bundesweit anerkannte Bildungseinrichtung. „Ihr bürgerschaftliches Engagement ist beispielhaft. Sie gehen voran, motivieren Menschen durch Ihre Beharrlichkeit und begeistern sie für Ihre Ideen. Ihr Beispiel macht auch deutlich, was durch Eigeninitiative und Engagement möglich ist“, sagte Haseloff in seiner Laudatio.

 

 

 

 





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