Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 091/2017

Magdeburg, den 8. Februar 2017

Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste:
Robra übernimmt stellvertretenden Vorsitz im Stiftungsrat


Der Stiftungsrat des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste hat in seiner Sitzung am Montag, den 6. Februar, Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt und Minister für Kultur, einstimmig zu seinem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Als Vertreter des Sitzlandes der Stiftung, der selbst eng in die Gründung und personelle wie inhaltliche Aufstellung der Stiftung eingebunden war, ist ihm diese Aufgabe ein besonderes Anliegen.

 

„Es ist mir eine Ehre künftig als Vertreter von Kulturstaatsministerin Prof. Grütters im Stiftungsrat einer für die Provenienzforschung international renommierten Institution mitwirken zu dürfen“, bedankte sich Robra für das Vertrauen seiner Länderkollegen. Zugleich verwies er auf die sehr erfolgreiche Arbeit der Stiftung in den zurückliegenden Jahren: „Wie aktuell diese Problematik auch heute noch ist, hat der Fall Gurlitt gezeigt. Immer noch gibt es eine Vielzahl ungeklärter Fälle von Raubkunst, die aufgearbeitet werden müssen, nicht nur in Europa. Vor diesem Hintergrund ist die Arbeit des Zentrums von immenser Bedeutung.“

 

Die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste hat ihre Arbeit zum Jahresbeginn 2015 in Magdeburg aufgenommen. Mittlerweile arbeiten am Standort zwei Dutzend Mitarbeiter an der Finanzierung und Dokumentation von Forschungsvorhaben, sowie an der Datenbank für Kulturgutverluste www.lostart.de. Im Rahmen der Sitzung gelang es Robra außerdem den Sitz der Stiftung langfristig an Magdeburg zu binden.

 

Die Stiftung wird getragen von Bund und Ländern sowie den kommunalen Spitzenverbänden. Sie fördert Forschungen zu unrechtmäßig verbrachtem Kulturgut im ganzen Bundesgebiet, insbesondere mit Blick auf Kulturgutentziehungen in der Zeit des Nationalsozialismus. Zu den Handlungsfeldern des Zentrums zählen kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter (sog. Beutekunst) sowie Kulturgutverluste während der sowjetischen Besatzung und in der DDR. Die Einrichtung fördert die Provenienzforschung, dokumentiert Kulturgutverluste und steht Akteuren der Provenienzforschung beratend zur Seite. Außerdem ist das Zentrum Träger des Projektes „Provenienzrecherche Gurlitt“, das die Forschung zum Kunstfund aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt fortführt.


Der Vorsitz des Stiftungsrates liegt satzungsgemäß bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Dr. Monika Grütters. Der stellvertretende Vorsitz wird von den Bundesländern gewählt.





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