Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie - Pressemitteilung Nr.: 021/2017

Magdeburg, den 15. Februar 2017

Gegen die Mär vom bösen Wolf hilft Aufklärung und Beratung - Start des Wolfskompetenzzentrums in Iden

Magdeburg/Iden. Als zentrale Einrichtung für das staatliche Wolfsmanagement in Sachsen-Anhalt geht heute das Wolfskompetenzzentrum in Iden auf dem Gelände des Zentrums für Tierhaltung und Technik (der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau) an den Start. Mit der örtlichen Nähe beiden Zentren soll ein effizienter Herdenschutz und eine umfassende Beratung bei der Wolfsprävention gewährleistet werden.

„Das eine geht nicht ohne das andere nicht. Herdenschutz ist auch Wolfsschutz“, so Landwirtschaft- und Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert.
„Der Wolf galt weit über 100 Jahre in Mitteleuropa als ausgerottet. Viele Menschen kennen ihn nur noch aus dem Märchen als den bösen Wolf.“ Gegen diese Vorurteile, so die Ministerin weiter, hilft Aufklärung und Information. Genau das gehört auch zu den wesentlichen Aufgaben der Wolfsbeauftragten. „Damit keine wilden Erzählungen kursieren und rationale Entscheidungen getroffen werden können, sollen sie die vielfältigen Fragen beantworten zum Beispiel: ist es „normal“, dass ein Wolf nachts durch eine Ortschaft streift? Ist es normal, dass ein junger Wolf nicht sofort beim Anblick eines Menschen flüchtet? All das kann künftig von unseren Expertinnen und Experten beantwortet und erläutert werden“ erklärt die Ministerin. Sie werden vor Ort in die Schulen, Kitas und Vereine gehen und Fragen rund um den Wolf beantworten.

Die beiden bisher in der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe tätigen Wolfsbeauftragten Andreas Berbig und Peter Oestreich beginnen heute mit ihrer Tätigkeit in Iden. Sie können sich jetzt ausschließlich auf den Wolf konzentrieren. Ein Arbeitsschwerpunkt wird die Rissbegutachtung sowie die Schulung künftiger Rissbegutachter. Weitere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter werden folgen, sobald der Landtag den Haushalt 2017/2018 verabschiedet hat. Darüber hinaus wird ein Netz von sechs nebenamtlichen Rissbegutachtern in der Landesforstverwaltung eingerichtet, welches eine landesweite Betreuung sicherstellt.

Der Herdenschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Künftig werden für Tierhalterinnen und Tierhalter kompetente Ansprechpartner rund um den Herdenschutz zur Verfügung stehen. „Gerade die Nutztiere in der nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft, wie zum Beispiel die Schafe in der Landschaftspflege und beim Deichschutz, sind durch den Wolf gefährdet. Deshalb sind professionelle und gesteuerte Präventionsmaßnahmen und Beratung notwendig“ so Dalbert. Geplant ist außerdem auf das Fachwissen anderer Bundesländer, wie Niedersachsen oder Brandenburg, sowie anderer europäischer Länder zurückgreifen. Dieses Wissen wird der künftige Herdenschutzbeauftragte im Wolfskompetenzzentrum bündeln und damit den Herdenschutz Schritt für Schritt verbessern.


Im abgelaufenen Monitoring-Jahr 2015/2016 wurden zehn Wolfsrudel und drei territoriale Wolfspaare in Sachsen-Anhalt festgestellt (Stand April 2016). Es handelt sich um insgesamt 78 Tiere. Seitdem haben zwei dieser Wolfspaare Nachwuchs bekommen und zählen somit ebenfalls als Rudel, so dass im aktuell noch laufenden Monitoring von zwölf Rudeln und einem territorialen Paar ausgegangen wird

Der Monitoringbericht Wolf steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:
http://www.lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Wir_ueber_uns/Publikationen/Berichte_des_LAU/Dateien/170131_Monitoringbericht_2015_2016_LAU.pdf





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