Ministerium für Justiz und Gleichstellung - Pressemitteilung Nr.: 020/2017

Magdeburg, den 30. Mai 2017

„Zelle Nr. 18“ - Polnische Widerstandskämpferinnen vor dem Obersten Gerichtshof der Wehrmacht - Lesung in Sangerhausen

Sangerhausen (MJ). Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Justiz im Nationalsozialismus. Über Verbrechen im Namen des Deutschen Volkes“ gibt es im Amtsgericht Sangerhausen eine beeindruckende Lesung aus dem Buch

„Zelle Nr. 18. Eine Geschichte von Mut und Freundschaft“
von Simone Trieder und Lars Skowronski.


Die Lesung findet statt am

Mittwoch, 7. Juni 2017, 18 Uhr,
im Amtsgericht Sangerhausen
Markt 3


Berlin, Sommer 1943. In der Haftanstalt Berlin-Moabit warten drei junge polnische Widerstandskämpferinnen auf die Vollstreckung ihrer durch das Reichskriegsgericht gefällten Urteile. Eine der Wärterinnen versucht den Gefangenen das Leben leichter zu machen und steckt ihnen regelmäßig Zigaretten, Schreibzeug und Medikamente zu. Als ihre 16-jährige Tochter vom Schicksal der Inhaftierten erfährt, nimmt sie mit kleinen Briefen Kontakt zu den polnischen Mädchen auf. Dieser mutige Schritt wird zum Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft - über Gefängnismauern und Landesgrenzen hinweg. Eine der Polinnen wird den Krieg nicht überleben: Das Reichskriegsgericht lässt Krystyna Wituska am 26. Juni 1944 in Halle mit der Guillotine hinrichten; ihren Leichnam übernimmt die Anatomie.

Simone Trieder wohnt in Halle und ist Schriftstellerin. Gemeinsam mit Lars Skowronski, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) hat sie die überlebenden Zeitzeuginnen interviewt und ein bewegendes Buch geschrieben. Die Lesung präsentiert auch Videoaufzeichnungen von einigen dieser Gespräche.

Die Lesung ist Teil der Wanderausstellung zur NS-Justiz auf dem Territorium des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Sie ist im Amtsgericht jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag jeweils 9 bis 13 Uhr zu besichtigen. Am 5. Juni ist die Ausstellung geschlossen. Voranmeldungen für Gruppen sind unter 03464 - 253110 und ag-sgh@justiz.sachsen-anhalt.de möglich.

Nähere Informationen unter
https://mj.sachsen-anhalt.de/themen/ausstellung-justiz-im-nationalsozialismus/.



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