Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 480/2017

Magdeburg, den 11. August 2017

Ministerpräsident Haseloff überreichte fünf
Bundesverdienstorden


Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute in der Magdeburger Staatskanzlei Verdienstorden der  Bundesrepublik Deutschland an drei Bürgerinnen und zwei Bürger überreicht. Verliehen wurden die Orden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Haseloff hob bei dieser Gelegenheit erneut die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren des demokratischen Gemeinwesens hervor: „Die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes zeigt sich im dauerhaften Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, die uneigennützig und mit großem Einsatz wesentlichen Anteil am Funktionieren unseres Gemeinwesens haben. Um auch für künftige Herausforderungen in der Gesellschaft gewappnet zu sein, ist es notwendig, generationenübergreifend für das Ehrenamt zu werben.“

 

Geehrt wurden:

 

Margarete Elisabeth Fiedel, Ballenstedt, Verdienstmedaille

 

Die 81 Jahre alte Rentnerin wurde für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Belange älterer Bürgerinnen und Bürger unter dem Dach der Volkssolidarität geehrt. Sie war 1992 maßgeblich an der Gründung der Ortsgruppe Ballenstedt beteiligt und ist seitdem deren Vorsitzende. Mit viel Ideenreichtum organisiert sie regelmäßig Veranstaltungen für die Mitglieder und ermöglicht ihnen soziale Teilhabe. In der Ortsgruppe hält sie alle wichtigen Fäden in der Hand. Allein ihr ist es zu verdanken, dass die Ortsgruppe Ballenstedt einen festen Bestand hat. „Sie, liebe Frau Fiedel, sind eine hochengagierte Frau mit großem Herz, die um Ihr Wirken keine großen Worte macht“, wandte sich Haseloff an Fiedel.

 

Emilie Meißner, Bitterfeld-Wolfen, Verdienstmedaille

 

Die 78-jährige pensionierte Lehrerin wurde für ihre großen ehrenamtlichen Verdienste um das kulturelle Leben in ihrer Heimatstadt Bitterfeld-Wolfen geehrt. Als sich 1990 der „Kunstverein Bitterfeld – KREATIV e.V.“ gründete, gehörte sie von Anfang an zu den Vorstandsmitgliedern. Vor einigen Jahren wurde sie Vorsitzende des Vereins. Unter ihrer Anleitung können Kinder und Jugendliche ihre Ideen kreativ umsetzen. Sie ist ein Aktivposten bei der Pflege von Beziehungen des Vereins in Partnerstädten Bitterfeld-Wolfens. Darüber hinaus bemüht sie sich mit ihrem Verein um die Integration von Flüchtlingen. „Man spürt förmlich, dass Ihnen das, was Sie tun, ein Herzensanliegen ist“, richtete sich Haseloff an Meißner.

 

 

Dorothee Mücksch, Aschersleben, Verdienstkreuz am Bande

 

Die 79-jährige frühere Pröpstin wurde für ihr herausragendes Engagement für die Bildungs- und Kulturlandschaft in Aschersleben geehrt. Sie hat maßgeblich an der friedlichen Revolution in ihrer Heimatstadt mitgewirkt. Nach 1990 hat sie sich unermüdlich für den Aufbau einer Schule mit reformpädagogischem Konzept eingesetzt. Sie gehörte zu den Gründern der Christlichen Grundschule in Aschersleben und war bis 2010 erste Vorsitzende des Schulvereins. Darüber hinaus ist sie seit 2006 Vorstandsvorsitzende des Vereins „Adam-Olearius-Schule e.V.“. Sie hatte großen Anteil an der Etablierung der beiden Schulen und leistete dafür tausende ehrenamtliche Stunden. Darüber hinaus ist sie Mitbegründerin des Vereins „Förderkreis zur Restaurierung und Erhaltung der historischen Stadtbefestigungsanlage von Aschersleben e.V.“. Von 1999 bis 2014 war sie Mitglied des Stadtrates. Bis 2009 war sie zehn Jahre seine Vorsitzende. Von 2007 bis 2014 gehörte sie dem Kreistag an. „Ein Leben ohne ehrenamtliches Engagement ist für Sie schlechterdings nicht denkbar“, sagte Haseloff an Mücksch gewandt.

 

Dr. Klaus-Dieter Pantke, Magdeburg, Verdienstkreuz am Bande

 

Der 72-jährige Landschaftsarchitekt wurde für seine Verdienste um die Entwicklung der Landeshauptstadt Magdeburg und für sein ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich geehrt. In den 90er Jahren war er als Geschäftsführer der BUGA-Gesellschaft mit der Vorbereitung und Durchführung der Bundesgartenschau 1999 in Magdeburg betraut. Es ist in hohem Maße sein Verdienst, dass ein 100 Hektar großes Gelände, das durch militärische Nutzung verwüstet und kontaminiert war, in eine Kulturlandschaft mit hohem Freizeitwert verwandelt werden konnte. Seit 1999 ist er Vorstandsmitglied des Vereins Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Magdeburg e.V. 2001 übernahm er den Vorsitz der Gesellschafterversammlung. 2003 wurde er Vorsitzender des Vereins. Mit großem Engagement hat er drei anerkannte Werkstätten für fast 600 behinderte Menschen, differenzierte Wohnangebote mit über 200 Plätzen und viele Projekte und Betreuungsangebote auf den Weg gebracht. „Sie, lieber Herr Dr. Pantke, sind Vorbild und Ansporn für die Unterstützung der Belange von Menschen mit Behinderung“, richtete sich Haseloff an Pantke.

 

Giselher Quast, Magdeburg, Verdienstkreuz 1. Klasse

 

Der 66-jährige frühere Domprediger wurde für sein jahrzehntelanges herausragendes bürgerschaftliches Engagement in Magdeburg ausgezeichnet, das mit seinem beruflichen Wirken einherging. Dabei hat er sich in besonderem Maße für Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit engagiert. Während der friedlichen Revolution setzte er sich herausragend für den gesellschaftlichen Freiheits- und Umwälzungsprozess ein. In der brisanten Situation mit stetig wachsenden Demonstrationen war es sein Verdienst, auf eine Verbindung zwischen Klarheit der Kritik und Besonnenheit im Handeln gedrungen zu haben. Auch nach der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung ist sein Einsatz von großer Ausstrahlung für die Gestaltung des demokratischen Gemeinwesens geblieben. Insbesondere dann, wenn gesellschaftliche Spannungen deutlich wurden, hat er Räume für Begegnung und Auseinandersetzung geöffnet. Beispiele waren Diskussionsveranstaltungen zur Agenda 2010 sowie deutliche Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und jede Form von Extremismus. In den vergangenen Jahren hat er sich zunehmend dafür eingesetzt, die Strahlkraft des Magdeburger Domes für die Entwicklung von Identität und Selbstbewusstsein der Stadt zur Geltung zu bringen. „Sie werden als aufrechter Mahner in die Annalen der Stadt und unseres Landes eingehen“, wandte sich Haseloff an Quast.

 

 

 





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