Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 512/2017

Magdeburg, den 22. August 2017

2. Digitalisierungskabinett / Landesregierung setzt Fo-kus auf Digitalisierung in der Bildung: Glasfaser für alle Schulen in Sachsen-Anhalt bis Ende 2020 / Neues Landeskonzept für Digitale Bildung

Bis Ende 2020 sollen alle Schulen in Sachsen-Anhalt mit Glasfaserleitungen an das schnelle Internet angeschlossen sein. Dieses Ziel für alle Schulformen und auch für Schulen in freier Trägerschaft legte die Landesregierung heute im Rahmen der zweiten Sitzung des Digitalisierungskabinetts fest. Bildungsminister Marco Tullner betonte: „Mit Glasfaseranschlüssen wollen wir die Schulen im Land fit machen für die digitale Zukunft. Eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur ist die Voraussetzung für eine zeitgemäße WLAN-Ausstattung oder die Nutzung einer modernen, Schul-Cloud“.

 Digitalisierungsminister Prof. Dr. Armin Willingmann erläuterte: „Um alle Schulen im Land mit Glasfaser zu erschließen, setzen wir auf eine abgestimmte Strategie. Nach einer Machbarkeitsuntersuchung bis Ende 2017 sollen zunächst im Zuge der derzeit laufenden Breitbandausbau-Maßnahmen möglichst viele Schulen angebunden werden. Hier setzen wir neben dem Einsatz von Fördermitteln auch auf einen Eigenbeitrag der Telekommunikations-Unternehmen, die ihre Kooperationsbereitschaft bereits signalisiert haben.“ Im nächsten Schritt könnten dann Mittel aus dem von der Bundesregierung angekündigten „DigitalPakt Schule“ genutzt werden, um die noch fehlenden Glasfaseranschlüsse zu schaffen.

Tullner, Willingmann und Finanzminister André Schröder setzen bei der Realisierung des ambitionierten Glasfaserziels auf eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinden, Landkreisen, kreisfreien Städten und freien Schulträgern. Dazu soll bereits in Kürze ein Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden geführt werden.

Gleichzeitig stellte Bildungsminister Marco Tullner das Landeskonzept  „Bildung in der digitalen Welt durch den Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge an den Schulen des Landes Sachsen-Anhalt“ vor. Alle Bundesländer haben sich im Dezember 2016 auf das Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ verständigt. Darin verpflichten sie sich, dafür Sorge zu tragen, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/2019 in die Grundschule eingeschult werden oder in die Sekundarstufe I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben können.

„Der kompetente Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien stellt heute neben Lesen, Schreiben und Rechnen eine vierte Kulturtechnik dar. Das Lernen mit und über Medien und der Prozess der Digitalisierung müssen daher zu einem selbstverständlichen Bestandteil von Schule und Unterricht werden. Wir laden alle Beteiligten dazu ein über dieses Konzept zu diskutieren. Parallel dazu werden die Fachlehrpläne fortgeschrieben und wir starten eine Aus- und Fortbildungsinitiative zum fachübergreifenden und fachintegrativen Einsatz von digitalen Medien, Technologien und Werkzeugen“, sagte  Bildungsminister Tullner. Das Konzept soll zum Schuljahr 2018/19 verbindlich werden.

 

Hintergrund:

Mit dem Glasfaser-Ziel geht Sachsen-Anhalt über die bisherigen Vorgaben zum Breitbandanschluss von Schulen hinaus. Statt asymmetrischer VDSL-Anschlüsse soll künftig ein symmetrischer Anschluss mit gleicher Down- und Upload-Geschwindigkeit der Standard sein. In Sachsen-Anhalt verfügen derzeit nur wenige Schulen über einen Glasfaseranschluss; viele nutzen bisher einen kostenlosen DSL-Anschluss der Deutschen Telekom.

Neben dem Thema „Schulen ans Netz“ befasste sich das 2. Digitalisierungskabinett heute auch mit der digitalen Versorgung im ländlichen Raum, mit dem aktuellen Stand zur Erarbeitung der Digitalen Agenda sowie mit den Eckpunkten zum „Digitalpakt Schule“.

 





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