Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung - Pressemitteilung Nr.: 057/2018

Magdeburg, den 3. September 2018

„Forum Wirtschaft“: Hochschule Magdeburg-Stendal präsentiert Studie
Gutachten zur Investitionsneigung vorgestellt / Willingmann: Wirtschaftspolitik ist auf richtigem Weg


Wie hat sich die Investitionsquote in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie lassen sich Investitionen der privaten Wirtschaft weiter befördern? Und in welchen Bereichen sollte das Land selbst investieren? Diese Fragen standen heute im Mittelpunkt des vom Ministerium organisierten „Forum Wirtschaft“ in Halle (Saale).


Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann diskutierte mit gut 70 Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Banken, Wissenschaft und Politik darüber, wie sich die Investitionsneigung der heimischen Wirtschaft weiter stärken lässt. Impulse dafür kamen aus einem aktuellen Gutachten, das Wissenschaftler der Hochschule Magdeburg-Stendal im Auftrag des Ministeriums erstellt hatten. Die zentralen Erkenntnisse lauten:




  • Die vergleichsweise niedrige Investitionsquote in Sachsen-Anhalt seit 2011 ist v.a. auf den geringen privaten Wohnungsbau zurückzuführen – bedingt durch den starken Bevölkerungsrückgang. Lässt man diesen Bereich außen vor, liegt die Investitionsquote höher als in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

  • 2013/14 gab es in Sachsen-Anhalt zusätzlich eine konjunkturell bedingte Investitionszurückhaltung im Verarbeitenden Gewerbe. Das größte Hemmnis war laut Unternehmensbefragung die schwache Inlandsnachfrage.

  • Die neuen GRW-Landesregeln für die Investitionsförderung sorgten 2017 für einen starken Anstieg bei GRW-geförderten Investitionen der Unternehmen – sie erreichten mit gut 1,1 Milliarden Euro den höchsten Stand seit vier Jahren (zum Vergleich // 2016: 254,4 Mio. € // 2015: 484,8 Mio. € // 2014: 721,7 Mio. €).

  • Die aktuelle Ausrichtung der Wirtschaftspolitik mit Fokus auf der Stärkung der Innovationskraft der Unternehmen ist besonders erfolgversprechend.

  • Empfehlungen der Wissenschaftler an die Landespolitik:

    1. Höhere Investitionen in frühkindliche und schulische Bildung – zur Sicherung von Fachkräften.

    2. Förderung der Wertschöpfungsintensität im Verarbeitenden Gewerbe – durch Ansiedlung neuer Unternehmen, Stärkung des Wissens- und Technologietransfers sowie gezielte Unterstützung von Ausgründungen aus der Wissenschaft.

    3. Gezielte Stärkung des Wirtschaftsbereiches „Information und Kommunikation“ vor dem Hintergrund von „Wirtschaft 4.0“.



Dazu sagte Willingmann: „Das Gutachten bestätigt, dass wir bei der Wirtschaftspolitik auf dem richtigen Weg sind. Im Fokus stehen schon jetzt der Bürokratieabbau sowie die Förderung von Innovationen, wachstumsstarken Ausgründungen aus der Wissenschaft, Technologietransfer in die Unternehmen und Wirtschaft 4.0. Dennoch lässt sich auch in diesen Bereichen noch etwas verbessern. Zudem gibt das Gutachten wichtige Impulse, wo wir künftig Prioritäten setzen sollten.“ Dazu zähle gerade auch die frühkindliche Bildung, welche das Land durch den aktuell vorliegenden Entwurf des neuen Kinderförderungsgesetzes stärken werde.


Willingmann betonte: „Durch die Novelle des Hochschulgesetzes werden wir den Boden für mehr wachstumsstarke Ausgründungen aus der Wissenschaft bereiten. Die neuen Regelungen sollen die wirtschaftliche Betätigung erleichtern, so dass Wissenschaftler und Hochschulen unkomplizierter Unternehmen gründen und sich an ihnen beteiligen können. Denn gerade unsere Hochschulen sind Keimzellen für innovative Produkte, Dienstleistungen und Verfahren in den Unternehmen von morgen.“ Zudem gelte es, die Passgenauigkeit bestehender Angebote und Initiativen zum Wissens- und Technologietransfer weiter zu erhöhen.


Mit Blick auf die Empfehlung, den Bereich „Information und Kommunikation“ zu stärken, sagte der Minister: „Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich für ein Informatikstudium entscheiden, sowie Initiativen und Förderprojekte, welche die heimische IT-Wirtschaft mit der produzierenden Unternehmenswelt zusammenbringen.“ Willingmann verwies dabei auch auf zwei neue Förderinstrumente des Wirtschaftsministeriums, die noch im Herbst 2018 starten sollen: Unterstützt werden künftig innovative Medienproduktionen (Richtlinie „Digital Creativity“) sowie Vorhaben zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen, -abläufen, Produkten und Dienstleistungen in mittelständischen Unternehmen (Richtlinie „Digital Innovation“).


Auf den Internetseiten des Ministeriums sind das Gutachten (http://lsaurl.de/3j84) sowie eine Präsentation dazu (http://lsaurl.de/kAFA) verfügbar.


Aktuelle Informationen zu diesem und weiteren Themen gibt es auch auf dem Twitter-Kanal des Ministeriums unter www.twitter.com/mwsachsenanhalt.





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