Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie - Pressemitteilung Nr.: 204/2018

Magdeburg, den 18. Oktober 2018

Landwirtschaftsministerin Dalbert übergibt Tierschutzpreis 2018
Sachsen-Anhalt für beispielhafte Nutztierhaltung


Anlässlich des Welttierschutztages fand heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) die Verleihung des Tierschutzpreises 2018 des Landes Sachsen-Anhalt statt.

Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Thema: „Beispielhafte Maßnahmen zur Schaffung unterschiedlicher Funktionsbereiche in der Haltung von Rindern, Schweinen oder Geflügel, in denen auch artgemäße Beschäftigung der Tiere möglich ist“.

Landwirtschaftsministerin Dalbert betonte in ihrer Ansprache: „Ich wünsche mir, dass von der heutigen Verleihung des Tierschutzpreises positive Signale auf die Tierhaltungen in Sachsen-Anhalt ausstrahlen, denn heute werden wir durchweg positive Betriebe kennenlernen und prämieren. Der diesjährige Tierschutzpreis bietet eine Möglichkeit, die vorhandenen guten Ansätze zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Insbesondere sollen öffentlich wirksam positive Beispiele aus diesem Tierhaltungsbereich dargestellt werden.“

Die Preisträger des Tierschutzpreises 2018 Sachsen-Anhalt sind:


1. Preis (1.500 €): Rundstedt`sche Guthofverwaltung GbR, Schönfeld – Ökologische Schweinehaltung.

2. Preis (1.300 €): Landhof Christoph Klamroth, Thale, Ortsteil Westerhausen – Milchviehbetrieb.

Zweimal 3. Preis (jeweils 500 €): Agrargenossenschaft e.G. „Saaleaue“, Könnern, Ortsteil Beesenlaublingen – Freilandgänsehaltung; Hühnerhof Zimmermann, Zeitz, Ortsteil Nonnewitz – Freiland-Legehennenhaltung.


Hintergrund:
Die Nutztierhaltung hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zu einem wirtschaftlich bedeutsamen Sektor entwickelt. Gleichzeitig gibt es aber immer noch Defizite im Tierschutz, die in Kombination mit einer veränderten Einstellung der Verbraucher zu einer verringerten gesellschaftlichen Akzeptanz der Nutztierhaltung führen. Landwirtschaftliche Tierhaltung hat in Deutschland noch nie zuvor so breite öffentliche Kritik erfahren wie in jüngster Vergangenheit. Deshalb wurde in diesem Jahr das Thema des Tierschutzpreises auf den Fokus der art- und verhaltensgerechten Nutztierhaltung gelegt.


1.Preis: „Von Rundstedt`sche Gutsverwaltung GbR“
Der Betrieb hält 80 Sauen und 800 Schweine in ökologischer Haltung in einem geschlossenen System. Die Schweine stehen entsprechend ihres Lebensabschnittes in verschiedenen Ställen. In allen Ställen stehen den Tieren 20 bis 50 Prozent mehr Platz als gesetzlich gefordert und zusätzlich ein Außenauslauf zur Verfügung. Alle Schweine werden auf Stroheinstreu gehalten. Damit sind in allen Ställen großzügige Funktionsbereiche zum Ruhen, Fressen, Kotabsetzen und Beschäftigen gegeben. Alle diese Haltungsbedingungen führen unter anderem auch dazu, dass im Betrieb kein Schwanzbeißen der Schweine auftritt und deshalb keine Schwänze kupiert werden. Nach Überzeugung der Bewertungskommission wurde das Thema des diesjährigen Tierschutzpreises hier am besten umgesetzt.


2. Preis: „Landhof Christoph Kurt Klamroth“
Der Betrieb hält 140 Milchkühe mit Nachzucht. Zum Betrieb gehören zwei ältere Ställe, die dem gesetzlich vorgeschriebenen Standard entsprechen und ein hochinnovativer, beispielhafter Stallneubau. Im Neubau wurde der neueste Stand der Technik bezüglich Haltungs- und Bewirtschaftungssystemen mit speziellem Augenmerk so eingebaut, dass es in erster Linie dem Tierwohl zugutekommt. Zudem wurde auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten und Details der Stallausrüstung darauf geachtet, dass insbesondere die Tiere davon profitieren und dabei möglichst viele Möglichkeiten zu Komfortverhalten zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Beispiel: Die exakte Anpassung der Liegeboxengrößen an die Tiergröße nach dem Vermessen der Tiere.

3. Preis: „Agrargenossenschaft „Saaleaue“ Beesenlaublingen e.G.“
Mit sehr viel Engagement werden hier in einer alten Bauhülle Gänse so gehalten, dass sie neben den Grundbedürfnissen der Nahrungsaufnahme fast alle ihre Bedürfnisse in unterschiedlichen Funktionsbereichen erfüllen können. Lobenswert ist insbesondere das überaus großzügige Platzangebot im Freilauf.


3. Preis: „Hühnerhof Philipp Zimmermann“
Der Betreiber hält 1.350 Legehennen in Freilandhaltung, knapp 1.000 Hennen davon in sogenannten mobilen Hühnerställen. Den Tieren stehen in den Ställen verschiedene Funktionsbereiche und insbesondere im großzügigen Auslaufbereich zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Ställe selbst erfüllen bezüglich der Haltungsbedingungen den gesetzlich vorgeschriebenen Standard. Betreiber Herr Philipp Zimmermann verkauft die Eier aus seinen Ställen vorwiegend in Direktvermarktung – in einem Hofladen, auf Märkten und direkt beim Endabnehmer.


Mehr Infos unter:
https://mule.sachsen-anhalt.de/tierschutz/tierschutzbeauftragter/aktuelles/







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