Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie - Pressemitteilung Nr.: 028/2019

Magdeburg, den 22. Februar 2019

„Unsere Wälder nachhaltig entwickeln“
Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt zieht Bilanz nach den Katastrophen in 2018 und blickt in die Zukunft – Waldumbau im Mittelpunkt


Freyburg/Unstrut. Das vergangene Jahr 2018 war ein schweres Jahr für den Wald: Stürme und Trockenheit und damit einhergehende Schäden durch Schädlinge haben ihre Spuren in den Wäldern hinterlassen. „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt liegt das ereignisreiche Jahr noch sehr in den Knochen. Die Ereignisse waren alles andere als planbar, es wurde vor allem auf die Umstände mit viel Tatkraft reagiert. Es ist nun an der Zeit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Außendienst bei unserer Dienstberatung ein kräftiges ‚Danke‘ auszusprechen. Die Kolleginnen und Kollegen in allen Ebenen und Sachgebieten haben sich herausragend für den Wald eingesetzt. Nun können wir in die Zukunft zu blicken und lenken den Fokus auf die Zukunft unserer Bestände. Es ist unsere Aufgabe die veränderten Bedingungen anzunehmen und neue Wege zu finden die Wälder nachhaltig zu entwickeln“, sagte der Direktor des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt, Bernd Dost, heute zum Jahresauftakt in Freyburg/Unstrut.

Dr. Ralf-Peter Weber, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt ergänzte: „Wir werden unseren Landeswald jetzt fit machen für die Zukunft. Der Umbau zu stabilen Mischwäldern hat oberste Priorität. Die Waldbaustrategie setzt auf eine an den Standort angepasste Baumartenmischung. Saaten, Naturverjüngung und die Waldrandgestaltung werden mehr im Fokus stehen, als in den vergangenen Jahren. Im gerade von der Landesregierung verabschiedeten Klima- und Energiekonzept für Sachsen-Anhalt gilt der Aufbau produktiver und klimastabiler Mischwälder als eine wesentliche Maßnahme zur Bindung von CO2. Unsere Wälder leisten damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.“

Zudem äußerte sich der Staatssekretär zur Personalsituation in der Forstverwaltung: „Es ist uns in den letzten beiden Jahren gelungen, den Personalabbau in der Forstverwaltung zu stoppen und entstandene Lücken zu schließen. Jungen Auszubildenden ermöglichen wir eine Zukunft in der Forstverwaltung. Weiterhin wird ab diesem Jahr ein Duales Bachelor-Studium ‚Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement‘ angeboten.“

Hintergrund:
Das Jahr 2018 war durch den Sturm „Friederike“ maßgeblich geprägt. Insgesamt verzeichnet Sachsen-Anhalt etwa 3,4 Millionen Kubikmeter Sturmschadholz – über alle Waldbesitzarten hinweg. Zum jetzigen Zeitpunkt sind in der gesamten Bundesrepublik Deutschland 32,4 Millionen Kubikmeter Kalamitätsholz angefallen. Auf Sachsen-Anhalt entfällt 10 Prozent der Gesamtmenge und der höchste Hektarbetrag in Höhe von 6,5 Kubikmeter je Hektar Wald.

Erschwerend kamen die Dürre und die Forstschädlinge hinzu. Mit 590 l/m2 gehört das Jahr 2018 zu den niederschlagsärmsten Jahren seit 1881.

Es wurde im Landeswald ein Holzeinschlag von über 1,5 Millionen Festmetern notwendig. Davon sind circa 1 Million Festmeter im Verlauf des Jahres verkauft worden. Die im Wald lagernden Holzbestände erreichten zum Jahresende 732 Prozent zum Vorjahr. In insgesamt 5 Nasslagern sind circa 190.000 Festmeter Fichten-Sägeholz eingelagert, um den Holzmarkt zu entlasten. Sie werden aufgelöst, wenn die Preise steigen und der Holzmarkt wieder aufnahmefähig ist.

Neben der Einrichtung dieser Nasslager hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt folgende Maßnahmen nach den Stürmen ergriffen:

- steuerliche Erleichterungen für Waldbesitzer in Abstimmung mit dem Finanzministerium;

- umgehende Befliegung der Schadgebiete und die Auswertung der Luftbilder, welche allen Forstbehörden zur Verfügung gestellt werden;

- die befristete Auflastung des Transportgewichtes für den Schadholztransport auf 44 Tonnen – und zwar als erstes Bundesland bevor die anderen Bundesländer diese Auflastung zugelassen hatten;

- Erreichung einer Ausnahmeregelung vom Kabotageverbot auf Bundesebene (gemeinsam mit dem Verkehrsministerium);

- kurzfristige Personalverstärkung (im Landeszentrum Wald du im Landesforstbetrieb) durch die Einstellung von zehn Beschäftigten


Weiterhin wurde die Saatgutreserve des Landes zur nachhaltigen Forstpflanzenversorgung freigegeben. In 2019 wird es eine terrestrische Bewertung der Trockenschäden geben.


Für das Haushaltsjahr 2019 sind vom Land Einstellungsmöglichkeiten für Forstreferendare und –referendarinnen (5 Stellen) bzw. für Forstinspektorenanwärterinnen und –anwärter (4 Stellen) geschaffen worden. Zudem wird gemeinsam mit der Fachhochschule Erfurt das duale Bachelor-Studium „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“ angeboten. Das Studium findet in Erfurt statt und die berufspraktischen Studienzeiten werden unter im Landesforstbetrieb und im Landeszentrum Wald absolviert. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums erlangen die Absolventinnen und Absolventen die Laufbahnbefähigung für den Forstdienst; sprich für die Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt. Ziel ist eine Übernahme in den Landesdienst Sachsen-Anhalt. Insgesamt stehen für das duale Studium fünf Stellen zur Verfügung.





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