Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 118/2019

Magdeburg, den 12. März 2019

Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 - erneut positive Trends bei der Anzahl der Straftaten und bei der Aufklärungsquote

1.    Allgemeines

Am heutigen Tag stellte Minister Stahlknecht in Magdeburg die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2018 vor.

 

Innenminister Holger Stahlknecht: „Die Bilanz für das Jahr 2018 lässt sich wie folgt zusammenfassen: weniger Kriminalität, erneut gute Aufklärungsquote trotz angespannter Personalsituation sowie erkennbarer Rückgang bei den Diebstählen. Wenn es um die Bekämpfung von Straftaten geht, sind wir auf einem guten Weg. Insbesondere unsere Ermittlungen zu Intensivtätern greifen.“

 

Mit insgesamt 175.625 von der Polizei erfassten Delikten liegt der Wert damit zum neunten Mal in Folge unterhalb von 200.000 Straftaten, erstmals sogar unter 180.000 Fällen. Gegenüber dem Jahr 2017 beträgt der Rückgang 10.925 Straftaten. Das Zehn-Jahres-Tief hat weiter Bestand.

 

Innenminister Holger Stahlknecht weiter: „Die Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts können sicher sein, dass wir mit unserer zukunftsorientierten Politik alles unternehmen werden, damit sie in Sicherheit leben können. Die vorliegende Statistik für das Jahr 2018 stellt erneut unter Beweis, dass wir diesem Anspruch größtenteils gerecht werden. Vor dem Hintergrund des historischen Tiefststandes beim Polizeipersonal ist diese positive Entwicklung umso höher zu bewerten. Die Bilanz ist ein Verdienst des hoch motivierten und unermüdlichen Engagements unserer Polizistinnen und Polizisten. Hierfür bedanke ich mich.“

 

 

2.    Zentrale Aussagen der PKS 2018

 

2.1          Tatverdächtige

Insgesamt wurden 63.301 Tatverdächtige ermittelt (47.090 männlich und 16.211 weiblich). Damit ist ein Rückgang um 5.298 Tatverdächtige festzustellen. Unter den ermittelten Tatverdächtigen beläuft sich die Anzahl der Nichtdeutschen auf 11.906 Tatverdächtige. Mit 18,8 Prozent fällt dieser Anteil geringer aus als im Vorjahr (2017: 21,6 Prozent).

 

Bei der Betrachtung der Intensivtäter ist festzuhalten, dass diese für nahezu 17 Prozent aller aufgeklärten Straftaten verantwortlich sind. Und dies bei einem Anteil von lediglich 1,5 Prozent aller Tatverdächtigen. 

 

2.2          Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote konnte insgesamt auf einem guten Niveau konstant gehalten werden und liegt annähernd unverändert mit 55,6 Prozent nur sehr gering unter dem Wert des Vorjahres (-0,1 Prozentpunkte).

 

 

2.3          Häufigkeitszahl

Die Häufigkeitszahl lag im Jahr 2018 bei 7.900 Straftaten je 100.000 Einwohner (- 427 Straftaten). Dieser Wert stellt ein Fünf-Jahres-Tief dar.

 

 

2.4          Anteile von Straftatengruppen an der Gesamtkriminalität

 

·         Diebstahl insgesamt: 68.151 (38,8 Prozent)

·         Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit: 24.824

(14,1 Prozent)

·         strafrechtliche Nebengesetze: 14.876 (8,5 Prozent)

·         sonstige Straftatbestände StGB: 36.867 (21,0 Prozent)

·         Vermögens- und Fälschungsdelikte: 28.998 (16,5 Prozent)

·         Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 1.790 (1,0 Prozent)

·         Straftaten gegen das Leben: 119 (0,1 Prozent)

 

2.5          Entwicklung ausgewählter Deliktsbereiche

 

2.5.1      Entwicklung der Fallzahlen beim Diebstahl

Grundsätzlich ist ein signifikanter Rückgang der Fallzahlen bei fast allen Straftatenhauptgruppen zu verzeichnen. Der deutlichste Rückgang entfällt hierbei auf die Diebstahlsdelikte. Gleichwohl bildet der Diebstahl mit 38,8 Prozent den mit Abstand größten Anteil an der Gesamtkriminalität. Positiv hierbei ist, dass die Fallzahlen im dritten Jahr in Folge gesunken (2017: 73.498, 2018: 68.151 Fälle) sind. Dies bedeutet für 2018 erneut die niedrigste Fallzahl im Zehn-Jahres-Vergleich. Hierfür sind vorrangig die rückläufigen Tendenzen bei dem Diebstahl von Fahrrädern (-616 Fälle) in/aus Boden/Keller (-2.171 Fälle), in/aus Warenhäusern (-488 Fälle) sowie an/aus Kraftfahrzeugen (- 342 Fälle) verantwortlich.

 

2.5.2      Entwicklung der Rauschgiftdelikte

Im Jahr 2018 wurden in Sachsen-Anhalt 9.239 Fälle der Rauschgiftkriminalität registriert. Das waren 857 Fälle mehr als im Vorjahr (8.382 Fälle). Die Aufklärungsquote bei diesem Deliktfeld liegt mit 93,8 Prozent auf einem gleichbleibend hohen Niveau (2017: 94,6 Prozent). Erfreulich ist der Rückgang der Rauschgifttoten. So waren nach 13 gemeldeten Rauschgifttoten im Jahr 2017 im vergangenen Jahr 9 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Konsum von Rauschgift zu beklagen.

 

Innenminister Holger Stahlknecht dazu: „Rauschgiftkriminalität ist eine gesamtgesellschaftliche Erscheinung und nicht nur das Problem einzelner Bereiche. Hier sind alle gesellschaftlichen Kräfte und deren Institutionen gefordert, alle müssen sich dieser Problematik annehmen. Nur dann hat die Bekämpfung dieses Phänomens Aussicht auf Erfolg.“

 

 

2.5.3      Vermögens- und Fälschungsdelikte

Im Bereich dieses Deliktfelds wird ein Rückgang von 1.805 Fällen gegenüber dem Jahr 2017 (30.803 Fälle) ausgewiesen (2018: 28.998 Fälle). Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus den Rückgängen bei Betrugshandlungen zum Nachteil von Versicherungen (-1.521 Fälle) und Erschleichen von Leistungen (-728 Fälle).

 

 

2.5.4      Sexuelle Selbstbestimmung

Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung war im Jahr 2018 ein Anstieg um 150 Fälle auf 1.790 Fälle (2017: 1.640 Fälle) zu verzeichnen. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf eine Änderung im Sexualstrafrecht sowie die notwendige Erfassung in der PKS im Jahr 2017 zurückzuführen. Beim neu geschaffenen § 184 i StGB (Sexuelle Belästigung) ist ein Anstieg um 129 Straftaten festzustellen. Die erhöhte Anzahl der Straftaten könnte aus einem zunehmend veränderten Anzeigenverhalten im Zusammenhang der der Einführung des neuen Straftatbestands resultieren. Da auch der Straftatbestand des § 177 StGB (Vergewaltigung; „Nein heißt nein!“) reformiert wurde, ist eine Vergleichbarkeit zu den Vorjahren nur bedingt möglich.

 

 

 

 

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